The Glam Kings

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Oder: Warum The Sweet Slade nicht das Wasser reichen kann.

Coca und Pepsi Cola, McDonalds und Burger King, Scotch und Bourbon, und Slade und The Sweet. Alle Lebensanschauungen! Wobei der Deutsche in der Regel sich für das Original entscheidet (was im Übrigen bei McD falsch gelaufen ist – BK ist nämlich älter).

In Deutschland wird The Sweet als Vorzeige-Glamband verehrt. Dabei wurde Glamrock zweifellos nicht von The Sweet eingeführt, sondern von Slade und T. Rex. The Sweet sprang später mit drauf. Trotzdem waren und sind sie in Deutschland erfolgreicher als die Originalen. Zurecht?

Zunächst einmal oute ich mich an dieser Stelle als Slade-Mann der ersten Stunde. Slade kam in England während meiner Pubertät auf und machte mächtig Eindruck auf mich. Obwohl ich schon seit der zweiten Hälfte der sechziger Jahre Singles gekauft habe, ging meine musikalischer Werdegang so richtig mit Slade los. Keine andere Band hat so viel Energie und Power gehabt. Bis dahin hörten all Progressive Rock mit ihren minutenlangen Soli von (zweifelsohne brillianten) Musikern, die fast regungslos auf der Bühne standen, über ihren Instrumenten gebeugt. Slade änderte alles! Slade bezog die Zuschauer mit ein und feierte mit Ihnen eine Rockparty nach der anderen. Es war der Beginn einer beispiellosen Siegeszug mit 17 Top Twenty Hits hintereinander, wovon 6 Stück auf die Nummer eins landeten – aber merkwürdigerweise nur in England

Während Slade dabei war der Glitter-Rock zu erfinden, spielte The Sweet noch seichte Bubblegum Songs wie „WigWam Bam“, „Little Willy“ „Poppa Joe“ und „Co-Co“, die uns kaum von den Sitzen gerissen haben. Erst Anfang 1973 ritt The Sweet mit auf der Glam-Welle, die von Slade begonnen wurde. Mit Songs wie „Blockbuster“, „Hell Raiser“ und „Ballroom Blitz“ wurden sie lauter, rockiger, und vor allem Dingen fingen sie an, sich als Glitterband zu präsentieren. Allerdings: Zu dieser Zeit hatten sie immer noch keine erfolgreiche LP herausgebracht. Sweet Fanny Adams aus 1974 war das erste Album von The Sweet, das in die britische Top Forty stieg.

Dafür aber waren die Singles in Deutschland umso erfolgreicher. The Sweet hatte sage und schreibe 8 Nummer 1 Hit Singles, die meisten davon aus dem Feder von Chinn / Chapmann. Trotzdem waren sie kaum bahnbrechend, sondern folgten den Weg, den Slade schon vorausgegangen war.

Ich entscheide mich hier für Slade:

Wenn man die beiden Sänger gegeneinander stellt, stellt man fest, dass Brian Conolly weder das Charisma, den Power noch die einmalige, wiedererkennbare Stimme eines Noddy Holders hat. Er kommt ihn noch nicht mal nah.

Und wer der Meinung ist, dass Dave Hill seine Gitarre nicht spielen kann, sollte sich zum Beispiel „Keep On Rocking“ von der LP Slade Alive anhören!!

Was meint ihr? Wer bricht eine Lanze für The Sweet? Wer bevorzugt Slade? Ich freue mich auf viele Kommentare…

photo credit: Affendaddy via photopin cc

    1. Andy 27.02.2012
    2. George 29.02.2012

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