Miu – Watercoloured Borderlines

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In August wurde das von mir langersehnte Album „Watercoloured Borderlines“ von Miu veröffentlicht. Spätestens seit ihrem Auftritt bei Hamburg Sounds, ist sie ihre Rolle als Geheimtipp in der Hamburger Szene entwachsen. Ein viel umjubelter Auftritt beim Summerjazz in Pinneberg in 2014 folgte und brachte mich endgültig auf ihrer Spur.

Als jetzt die LP veröffentlicht wurde, hielt ich mich gerade in Urlaub in England auf. Daher habe ich leider auch das Release Konzert im Knust verpasst. Aber dank eines wunderbaren Apps namens Spotify konnte ich mir das Album direkt nach Veröffentlichung anhören, und zwar im Stau auf der A64 Richtung Scarborough.

Obwohl es sich bei Watercoloured Borderlines um ein Debut Album handelt, gab es im vergangenen Jahr bereits ein EP namens „Complicated Issues“, das schon sehr zu gefallen wusste. Zwei Songs von diesem EP sind auch auf der jetzigen LP zu finden – „Livin‘ It Up“ sowie der hervorragende „Mirror“. Diese beiden Lieder sollen auch als Benchmark für den Rest der Platte herhalten, denn allzu oft in den letzten beiden Jahren wurde ich von Nachfolgewerken diverser Künstler enttäuscht. Hier sind unter anderem Rumer, King King und sogar Jessy Martens zu nennen. Vielleicht aber verlange ich einfach zu viel.

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Zum Album: Nach 10 Minuten war ich etwas enttäuscht, Dependent Lady ist nicht meins, Not My Business war schon in Ordnung, mehr aber nicht (erinnern wir uns an das Benchmark).

Dieser Eindruck wird sich aber grundlegend ändern…

Status Quo irritiert mich, aber nur ob des Titels. Als Jugendlicher in den Siebziger Jahre verstehe ich unter dieser Bezeichnung etwas ganz anderes. Das Lied allerdings ist Top, und ein Vorgeschmack auf dem, was noch kommen sollte. Hier wird das Tempo ein wenig gedrosselt, und es wird schnell klar, dass Miu am besten ist, wenn sie nicht so ganz schnell unterwegs ist (eine persönliche Meinung zwar, aber so empfinde ich es halt)

Dieser Eindruck wird umso deutlicher, wenn wir zu Titeln wie Bitter Soul & Blue Eyed Heart, die durch zahlreichen Tempowechsel besticht und dem schwermutigen, hervorragend Inner Williamsburg kommen, die zu den besten Tracks auf der LP zählen.

Der Titel-Track Watercoloured Borderlines folgt darauf und ist eine der Höhepunkte des Albums, auch hier ist das Tempo nicht hoch, und mit Ms Selfdestructive zeigt uns Miu, dass sie auch Blues kann, und das nicht schlecht!

Und selbst die (eigentlich) überflüssigen Acoustic Versions zum Schluss der Platte nerven nicht… ganz im Gegenteil

Obwohl es eigentlich „Miu“ heißt, wird dem tollen Band genug Platz zum entfalten gelassen. Einige tollen Breaks in verschiedenen Songs zeigen dies ganz deutlich. Und die Bläseruntermalung ist durchweg effektiv, wohl dosiert, nie zu viel. Spätestens da auch ein Kompliment an die Produktion.

So, wie war’s denn mit den beiden Benchmarks? Ein Rezensent bei Amazon hat sich bei beklagt, dass Livin‘ It Up und Mirror sich nicht wie der Rest anhört. Zum Glück muss man sagen, zeigt es doch, wie Miu sich in den letzten beiden Jahren entwickelt hat.

Eigentlich fängt das Album so richtig erst mit Livin‘ It Up an, aber danach gibt es fast nur Höhepunkte. Hört Euch unbedingt Bitter Soul & Blue Eyed Heart, Inner Williamsburg, und den Titel Track Watercoloured Borderlines an, und stelle dann, wie ich fest: Aufgabe bestanden, tolles Album. Ich freue mich auf mehr, vor allem aber warte ich auf den nächsten Auftritt in Hamburg, in voller Montur, versteht sich.

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