Macy Gray’s Rat an ältere Sängerinnen – „Stricken lernen“

Ein Beitrag im Huffington Post von Grammy Gewinnerin Macy Gray zeigt das Dilemma auf, mit dem Sängerinnen über 40 konfrontiert werden. Sie musste sich nach eigenen Angaben folgendes von einem Manager einer Plattenfirma anhören „Ich weiß nicht, wie man eine vierzigjährige Sängerin ins Radio bekommt. Wenn sie 20, 25 wäre, wäre dieses Album unglaublich“, bevor sie dann die Mitteilung erhielt, dass man ihre fünfte LP nicht mehr veröffentlichen würde.

„Mit wenigen Ausnahmen“, schreibt sie, „teilen uns die Torwächter folgende Botschaften mit:
1. die jüngere Generation habe wenig Substanz
2. die musikalischen Bedürfnisse der Älteren seien uninteressant
3. wenn eine Sängerin 40 wird, sollte sie weggehen – vielleicht sollte sie stricken lernen“

Hier könnt ihr den ganzen Artikel lesen:
http://www.huffingtonpost.com/macy-gray/despite-age-discriminatio_b_602874.html

Unterstützung bekommt Macy dabei von Marcella Detroit, die hierzulande in den 90er Jahre als Mitglied von Shakespears Sister („Hello ( Turn Your Radio On)“,“ Stay“) bekannt wurde. Sie stimmt Macy im großen und ganzen zu, weist aber darauf hin, dass das Internet neue Möglichkeiten eröffnet hat. Heutzutage, sagt sie, kann man es selber machen. Eine Aussage, die angesichts ihrer verweisten Homepage eigentlich wenig glaubhaft wirkt.

In ihrem Blog (http://www.marcelladetroit.blogspot.com/) erzählt sie, wie ihr Representant bei einem großen Plattenlabel vorstellig wurde, um einen Plattenvertrag auszuhandeln. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie nur Interesse an jüngeren Künstler hätte, die nicht so viel vom Musikgeschäft verstehen würden. Man würde nur Künstler unter Vertrag nehmen,  die bereit wären, ein Teil ihrer Verlagsrechte und zusätzlich 10% für die „Verwaltung“ abzugeben. Marcella würde nicht in Frage kommen, weil sie älter wäre und „zu viel wüsste“.

Als alte Musikfans haben wir das zwar immer schon gewusst bzw. geahnt, es ist aber trotzdem immer interessant, es aus dem Mund der betroffenen zu hören…

Photo By Larry Philpot (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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