Jungs weinen nicht – oder doch?

Das Problem, wenn man ein Erstlingswerk veröffentlicht hat, der so überwältigend erfolgreich war, dass die Kritiker prompt der nächste Superstar identifizierten, ist wohlbekannt: das Problem hatte damals schon Procol Harum mit „Whiter Shade of Pale“, das Problem hat heute Rumer: Das Follow Up.

Ihr Management hat wohl erkannt, dass es zu lange dauern würde, ein neues Album mit Eigenkompositionen auf dem Markt zu bringen. Denn das Musikgeschäft ist nichts, wenn nicht schnell. Gefangene werden nicht genommen; wer nicht mitkommt verliert ganz den Anschluss. Man beschloss daher, eine LP ausschließlich Cover-Versionen aufzunehmen. Und so ist ein Album mit gefälligen Songs entstanden, ganz ohne Höhepunkte. Es gibt nichts auf Boys Don’t Cry mit dem Kaliber eines „Slow„, „Aretha“ oder „On My Way Home„. Der einzige Song, der ein wenig aus der Masse heraussticht (und das ist mein einziger Anspieltipp) is „Sara Smile“. Ansonsten kann man es nehmen oder lassen.

Zusammenfassend eine enttäuschende Produktion, wenngleich Rumers Stimme vieles wieder wettmacht. Ich freue mich trotzdem auf Album Nr. 3, denn da sollen wieder Rumers Lieder wieder drauf sein.

Und Jungs weinen doch

 

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