Jay Tamkin – Blues Star von morgen?

Jay Tamkin: Downtown Bluesclub Hamburg. 14. November 2012

„Ich kann nachts besser schlafen in dem Wissen, dass es junge Bluesmusiker wie Jay Tamkin gibt“ so Blues-Lehrer und -musiker Frank Consentino. Und in der Tat passt Jay mit seinen 23 Jahren überhaupt nicht zu dem Bild eines Bluesmusiker, der auf jahrzehntelangen Erfahrungen zurückgreift, um überhaupt den Schmerz in die Lieder zu bekommen, die zu einem guten Bluesstück passen.

Aber diese Art der Blues spielt er sowieso nicht. Der Blues von Jay ist modern und kraftvoll und wird mit einem irrsinnigen Tempo gespielt, als wenn es kein morgen gäbe. Dabei stellt er Sachen mit seiner Gitarre an, die einem mit der Zungen schnalzen lässt.

Und so war es wirklich schade, dass so wenige Zuschauer sich in den Downtown Bluesclub sich einfanden, um mit Jay und Frank Consentino den Blues zu zelebrieren. An das Können der Musiker kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Denn Jay, angetreten lediglich mit Schlagzeug und Hammond Orgel, der den Part der Bassgitarre mit ubernahm, hat uns ein Show der allerersten Bluesgüte hingelegt, wobei die Höhepunkte sicherlich seine ausgedehnten Soli darstellten, besonders die auf dem Lap Steel Guitar, den er nicht nur auf seinem Schoss spielte, sondern auch auf dem Bühnenboden sowie teilweise auch in dem Zuschauerraum, und das zwischendurch mal mit einem Schnapsglas statt mit Slide.

Ein Wermutstropfen gab es allerdings – die wirklich schlechte Akustik an diesem Abend hat genervt. Und ich würde mir für das nächste Mal wünschen, dass die Band mit echter Bassgitarre auftritt, der Hammond war an diesem Abend einfach nicht kräftig genug, um diese zu erstezen.

Die Zukunft? Ja, Jay kann ein großer werden, kein Zweifel. Wie Frank Consentino sagt, um die Zukunft der Blues muss man sich so keine Sorgen machen

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