Eternity

Nach einer langen künstlerischen Pause kehrt Caro 2005 mit einem sehr persönlichen Werk in die Musiklandschaft zurück. Unterstützt von einer illustren Musikergilde bestehend aus Jean Jacques Kravetz (Piano), Pascal Kravetz (Gitarre/Akkordeon), Marcio Doctor (Percussion), Julian Kravetz (Schlagzeug), Arnst Geise (Bass) und dem außergewöhnlichen Gitarristen Martin Scheffler. Eternity ist sicherlich eines der gefühlvollsten Produktionen deutscher Interpretenkunst, in dem sich Träume, Wünsche und Erinnerungen fließend in Einklang bewegen.

Why
Eternity
Like MakingLove
I Need Your Company
Don’t Ever Make Me Cry
Let It Rain,
Mister Moon
Wanna Wake Up
Rainbow
Sheila
The Kind Of Woman You Prefer
Musiker
Caro, Vocals
Martin Scheffler, Guitar
Arndt Geise, Bass
Jean-Jacques Kravetz, Keyboards
Pascal Kravetz, Guitar, Keyboards, Accordeon, Vocals
Julien Kravetz, Drums
Robbie Smith, PercussionProduced by Arndt Geise & Martin Scheffler

(c) Chappalingo Entertainment

Keine Note scheint zu viel oder zu wenig gespielt, alles auf den Punkt gebracht und glasklar in Szene gesetzt, als wäre es eine Produktion mitten aus Manhattens Michaels Pub an einem traumhaft wunderschönen lauen Sommerabend den man niemals missen möchte. Wie von einem leichten Wind umgarnt, wird man von einem Song zum nächsten getragen. Eine Produktion voller Seele, Tiefe und Gespür. Caro und Band laden ein sich fallen zu lassen, erdig zeitlos im alltäglichen Wirrwarr des Lebens. „Why“ eröffnet den gefühlvoll bluesig anmutigen Reigen, der gleitend wie ein Sommerwind in „Eternity´s“ Unendlichkeit entschwindet. „Like Making Love“ beginnt mit einer ziehenden eindringlich gespielten Gitarre von Martin Scheffler, in dem Caro stimmlich erste impulsive Akzente setzt. Herzzerreißend interpretiert sie eine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit gedämpftem Stimmvolumen, die sich in der Mitte des Songs hochschraubt, bis sie von einem intensiven Gitarrensolo auf die Erde zurückgeholt wird. Im Anschluss kommt „I Need Your Company“ fast schon heiter des Weges. Sehr bluesig, eine alte Fuzz-Gitarre erklingt, es swingt, gospelt, als wäre man mitten in Greenwich Village auf Shopping Tour. Ein Lied über Freundschaft, irgendwie simpel, allerdings voller Vertrauen. „Don´t Ever Make Me Cry“ kommt alles andere als traurig daher. Landleben zwischen Rapsfeldern ist angesagt. Southern-Elemente erklingen, es swingt und treibt. Man hört förmlich das Korn wachsen. In „Let It Rain“ ist das gute Wetter schon wieder vorbei. Caro wirkt verträumt. 6:00 Minuten absoluter Tiefe, unterstützt von einem sehr emotional gesungenen Chor. Am liebsten hört es bei Caro nie wieder auf zu regnen und so entschwindet sie in persönlichen Erinnerungen wie eine leichte lauwarme Meeresbrise. „Mister Moon“ bringt uns ein Duett mit Paskal Kravetz. Cajun ist angesagt, in bester Little Feat Manier. Caros Stimme explodiert erstmalig. Raus mit dem Southern Comfort, es wird gefeiert. Kaum ist die Party beendet und die Nacht vorbei prasselt es schon wieder am Fenster. „I Wanna Wake Up With You Again“ ist sicherlich eine der sensibelsten Liebeserklärungen die Caro jemals zu Papier gebracht hat. „Rainbow“ gleitet nahtlos über. Alles glitzert, entschwebt, Glücksgefühle machen sich breit. Der Sommerregen entschwindet und löst sich im Dunst von „Sheila“ auf. Verrucht, fast schmutzig erzählt Caro die Geschichte von einer Bordsteinschwalbe, die die Männer an der Nase herum führt. Eine Up-Temponummer, von Unruhe getrieben die es in sich hat. Zum Schluss gibt es noch mal richtig Herzschmerz. Die Sängerin besingt eine verflossene Liebe. „The Kind Of Woman You Prefer“ perlt förmlich dahin, umschmeichelt durch ein wunderschön gespieltes Fender-Rhodes-Pianosolo von J.J. Kravetz. Der Traum scheint vorbei, der Hörer entschwindet. Abspann… Caro und Band ist ein Werk gelungen wie ein endlos fließendes Gewässer, an dem jeder gerne verweilt und seinen Träumen hingibt. Ein wenig einsam manchmal, jedoch absolut lebensbejahend. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist es der Stimmungswechsel zwischen „Don´t Ever Make Me Cry“ und „Let It Rain“. Hier wünscht man sich ein paar Sekunden mehr Pause um runter zu kommen. Dies kann jedoch bestens bei einer Neuauflage aufgefangen werden, in dem man den Outtake „Life´s Like“ hinzuaddiert. Eine swingend, soulig, chorbeseelte Bluesnummer in der etwas die Geschwindigkeit zum vorherigen Track rausgenommen werden würde um einen perfekten Übergang zu „Let It Rain“ zu schaffen. Mit besagtem Bonustrack wäre es ein perfektes Opus, in dem Caro endlich bei sich selber musikalisch angekommen ist. Dann gibt es auch 5 Sternchen.R.B.

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