Duesenberg

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Duesenberg. Sicherlich eine der interessantesten deutschen Bands überhaupt. Ich habe sie anfang der 80er entdeckt. Traurigerweise als fast alles schon vorbei war. Hier folgt ihre kurze Geschichte.

Sie kamen aus dem Land der endlosen Kuhweiden und Rapsfelder, auf der einen Seite war die Nord- und auf der anderen die Ostsee. Gesurft wurde auf der Schlei und gelauscht nach amerikanischen und englischen Radiostationen der Besatzungsmächte. Somit standen Bands wie Fleetwood Mac, America, The Band, Little River Band, Chicago oder die Eagles der Band näher, als dieser ganze Disco-Hype.

Genau in diesem musikalischen Kontext erschien die erste Scheibe voll amerikanischer Einflüsse. Die Nordsee wurde zum “Pacific Ocean”, Schleswig-Holstein zu “California”, Tönning zu “Pasadena”. Die Musik war voller Sonne, Luft, mehrstimmigem Gesang und lud zum Mitsingen ein. Mit dem ersten Track war die Bandphilosophie klar abgesteckt: “California, the sun is shining every day.”

Duesenberg wurde 1976 von Harry Gutowski (Vocals, Gitarre) gemeinsam mit seinen Freunden Joachim Witt (Gitarre,Vocals) und Wolfgang Schleiter (Bass) gegründet. Gespielt wurde Westcoast-Rock vom feinsten, aber das „Made in Germany“. Mit „California“ und „Pasadena“ gabs auch gleich zwei radiotaugliche Singles und an die man sich heute noch gerne erinnert.

Die erste Scheibe schlicht „Duesenberg“ betitelt, verkaufte sich 1976 bei Veröffentlichung gleich 17.000-mal, dass zu der Zeit nicht unbedingt wenig war.

1978 erschien „Duesenberg 2“, aufgenommen im Rüsselstudio-Hamburg mit Songperlen wie “Pensamiento” oder “Rainy Day Lover”. Mit der dritten Scheibe „Strangers“ erhielten die Hamburger 1980 sogar den Deutschen Schallplattenpreis, kurioserweise als „Beste deutsche Nachwuchsband“, obwohl sie mittlerweile einige Jahre im Geschäft waren. Von der Platte stammte übrigens der Song „Get It On“, der in der Schweiz sogar ein Hit wurde.

Ende der 70er Jahre war Joachim Witt jedoch mit den Nerven am Ende. Der gelernte Schauspieler aus Hamburg musste schließlich seine Familie versorgen. Doch der erhoffte finanzielle Durchbruch mit „Strangers“ wollte einfach nicht gelingen. Trotz bester Kritiken der Journaillie hielt sich das Käuferinteresse in überschaubaren Grenzen. Die finanzielle Misere zehrte zunehmend an Witts Nerven. Das Problem hatte auch physische Folgen, mitunter stand der Sänger schweißgebadet auf der Bühne. Oder er erleidete unkontrollierbare Panikattacken, die in immer kürzeren Abständen seinen gesamten Körper lähmten. Witt versuchte sich das Problem mit einem Song von der Seele zu schreiben. Für seine Band „Duesenberg“ erschien ihm der Song, dessen Titel vom Hollywoodstreifen „Der elektrische Reiter“ inspiriert war, allerdings wenig geeignet und so startete er in der Neuen Deutschen Welle durch. Gutowski unterstützte ihn dabei ohne seine eigene Karriere zu vernachlässigen.

Ende 1979 war es soweit. Der Split war nicht mehr aufzuhalten. Harry Gutowski und Joachim Witt verließen die Band. Wolfgang Schleiter spielte mit wechselnder Besetzung noch eine Zeit lang weiter und veröffentlichte 1980 das finale Werk: „Chapter 4“.

Duesenberg – eine Band die selbst nach 30 Jahren noch überraschend frisch, sonnig, fröhlich und zeitlos klingt – als wäre es „Made In America“.

Discographie:

1977 – Duesenberg
1978 – Duesenberg 2
1979 – Strangers
1980 – Chapter 4

Singles die auf keiner der ersten 4 Scheiben zu finden sind:

1980 – Like A Hurricane
1992 – Coming Home / Show Me The Way To Your Heart
1993 – Judy / Sleepy Eyes

By S. Bollmann (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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