Die alternativen Music Movement Grammys

Die „Grammy Awards“ ist nach eigener Aussage die einzige von einem Fachkollegium präsentierte Verleihung, die künstlerische Leistung, technisches Können und gesamte Exzellenz in der plattenaufnehmenden Industrie honoriert, ohne Rücksicht auf Album-Verkäufe oder Chartplatzierung: Diese Formulierung ist auf der Grammy Website nachzulesen.

Demzufolge sind die meisten Nominierungen in den klassischen Kategorien fehl am Platz. Denn nichts anders wird berücksichtigt, als das, was eigentlich ausgeschlossen sein sollte.

The GRAMMYs are the only peer-presented award to honor artistic achievement, technical proficiency and overall excellence in the recording industry, without regard to album sales or chart position.

Nun wurden die Nominierungen für das nächste Grammy Gala in Februar 2017 veröffentlicht. Und wen wunderts? Es sind keine Überraschungen dabei, es bleibt bei den üblichen Verdächtigten…

Stand 2016 gab es 83 Kategorien, wobei diese sich auf die verschiedenen Genres verteilen. Die sogenannten großen 4 Kategorien sind

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„Album des Jahres“
(siehe unten)

„Single des Jahres“ (für einen einzelnen Song, verliehen an den/die Sänger/in und das Produktionsteam),
Nominiert sind Formation von Beyoncé, Work von Rihanna & Drake, Hello von Adele, 7 Years von Lucas Graham, sowie Stressed Out von 21 Pilots.

Wir merken jetzt schon, dass Vielfalt und Fantasie nicht unbedingt zu den Stärken der Grammy Awards gehört. Da aber die letzten beiden benannten mir nicht geläufig sind, habe ich mir die Mühe gemacht, diese Songs mir anzuhören. Bei den 21 Pilots habe ich bereits nach 23 Sekunden abgeschaltet. Lucas Graham ist nicht unangenehm, aber Single des Jahres? Na, da habe ich andere Vorstellungen…

„Lied des Jahres“ (wie vor, jedoch an den Songschreiber und Team verliehen)
Nominiert sind Formation (Beyoncé, Swae Lee, Mike Will Made It…), Love yourself (Justin Bieber, Ed Sheeran, Benny Blanco), Hello (Adele, Greg Kurstin), I Took A Pill in Ibiza (Mike Posner), 7 Years (Lukas Graham, Lukas Forchhammer, Morten Ristorp…)

sowie

„Beste(r) neue(r) Künster/in“.

Nominiert sind (und hier wird es obskur): Kelsea Ballerini, The Chainsmokers, Chance The Rapper, Maren Morris, Andersen Paak
Hier gilt es für mich, Wikipedia und YouTube zu befragen – noch nie gehört ist da meine Aussage!!

Kategorien wie „beste/r Sänger/in“, „bester Gitarrist“ etc. gibt es bei den Grammys nicht.

Für die erste dieser vier Kategorien nun die Meinung von Music Movement

1.) Album des Jahres

Nominiert sind 25 (Adele), Purpose (Justin Bieber), Views (Drake), Lemonade (Beyoncé) & A Sailor’s Guide To Earth (Sturgill Simpson).

Kein David Bowie, so nebenbei gemerkt. Und meiner Meinung nach auch zurecht, auch wenn der düstere Blackstar so etwas wie sein Vermächtnis darstellen möge, brilliant ist die Scheibe leider nicht.

Eigentlich hier keine Überraschungen, alles bekannte Namen, alle kommerziell erfolgreich. Aber allesamt sagen sie mir nichts.

Meine Nominierungen also:

1.) Side Pony von Lake Street Dive

Meiner Meinung nach gibt es in Lake Street Dive mehr Talent als bei den nominierten Künstlern zusammen. Side Pony ist nach „In This Episode“, „Promises, Promises“, „Lake Street Dive“ und der hervorragende „Bad Self Portraits“ bereits die vierte Produktion des Combos aus Boston. Bekannt wurden sie durch ein YouTube Video, als Sängerin Rachel Price auf einer Straßen Ecke in Massachussettes ein Cover von The Jackson Five’s „I Want you Back“ zum Besten gab. Gäbe es eine Kategorie „beste Sängerin“ wäre Rachel ganz, ganz oben auf der Liste. Trotzdem wird diese Band bisher vom Grammy Komitee ignoriert.

2.) King King Live

King King hat vielleicht noch nicht den Bekanntsheitsgrad, um mit den ganz großen mitzumischen, obwohl sie schon mehrfach den British Blues Award eingesackt haben. Trotzdem, vom Talent her gehören sie dazu. Wer wissen will, um was es bei den Männern von Sänger und Gitarrist Alan Nimmo geht, hört sich das neue hervorragenden Live-Album des Quartetts aus Schottland an. Als besonderer Bonbon ist ein Live DVD Teil des Pakets. Für Fans gepflegten Blues Rock führt kein Weg an diese Band vorbei.

3.) Beth Hart – Fire On The Floor

Beth Hart ist Fans in Europa nicht gänzlich unbekannt. Schon lange tingelt sie durch die Clubs in Europa und genießt ein ordentliches Following in Deutschland und insbesondere in den Niederlanden. Aber nach ihrem Auftritt 2012 in Kennedy Center Opera House, wo sie zu Ehren von Buddy Guy „I’d Rather Go Blind“ im Duett mit Jeff Beck sang, ist sie in den Staaten auch förmlich explodiert. Trotzdem ist sie in diesem Jahr nicht nominiert.

Welche Produktionen aus 2016 würdet ihr gerne auf die Grammy Nominierungsliste sehen? Lasst die Diskussionen beginnen.

photo credit: www.rihannafentyforum.com 2012 Grammy Awards Arrivals via photopin (license)

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